Gerettet werden um jeden Preis

Koma - wie SchlafQuelle: Rickydavid

Eine Meldung, die mich wieder zum Nachdenken brachte: Der Ski-Unfall des niederländischen Prinzen Johan Friso Mitte Februar.

Diagnose: Wachkoma

Durch den Unfall stand das Herz von Johan Friso 50 Minuten still. Das Gehirn bekam in dieser Zeit so gut wie keinen Sauerstoff, wichtige Teile starben ab. Ob er jemals wieder aufwachen wird, ist fraglich. Das waren die letzten Aussagen zum Gesundheitszustand des Prinzen. Er liegt im Wachkoma.

Diese Diagnose erhielten traurigerweise viele Menschen, aber meist gelangen nur prominente “Opfer” an die Oberfläche der Nachrichten und in das öffentliche Interesse. Erst sie bringen uns zum Nachdenken.

Was bedeuten diese Verletzungen für die Betroffenen? 10 Minuten ohne Sauerstoff hinterläßt große Schäden im Gehirn. Bei tiefen Temperaturen kann es länger dauern, aber unbeschadet bleibt man nicht. Keiner kann sagen, ob der “bewusste Mensch” im komatösen Körper noch existiert, oder ob lediglich die Körperfunktionen wie Atmen und Herzschlag mit technischer Unterstützung weiterlaufen.

Gefangen im Körper?

Die Vorstellung, sich nicht mehr regen zu können, hundertprozent abhängig zu sein, gefangen im Körper, unfähig zu sterben, ist aus meiner Sicht erschreckend. Ich kann verstehen, dass es für die nahen Verwandten schwierig ist, jemanden gehen zu lassen. Die Hoffnung wird sicher immer wachgehalten, dass der geliebte Mensch wieder aus dem Koma erwacht. Tatsächlich hat eine Untersuchung am Oldenburger Krankenhaus für Schwerst Schädel-Hirn-Geschädigte von 53 Komapatienten ergeben, dass etwa 10% verstarben, 10% im Koma verblieben und rund 80% erwachten.

Was aber bedeutet “erwachen”? Die Patienten sind oft schwerst behindert und auf eine lebenslange Pflege angewiesen. Einige wenige schaffen es, wieder selbstständig zu werden, viele aber nicht. Die Retter wollen natürlich helfen, wiederbeleben, das bischen Leben, das vielleicht noch vorhanden ist, erhalten. Die Angehörigen wollen den Verlust vermeiden, sie schöpfen Kraft aus der Hoffnung. Aber was denken die Betroffenen?

Bei “Menschen der Woche” hat gestern Monika Leupold einen kurzen Einblick gegeben, wie sie die Augenblicke empfand, nachdem eine Lawine sie begraben hatte. Sie hatte schwer verletzt mit ihrem Leben abgeschlossen und erwartete den Erstickungstod. In der Sendung betonte sie, dass sie in diesem Moment jedoch keine Angst verspürte, sondern vielmehr vollkommen zufrieden war. Sie möchte den Angehörigen damit die Sorge nehmen und eine Hoffnung aufzeigen, die in eine andere Richtung weist: “Es geht mir gut, auch wenn ich jetzt sterbe”.

Vielleicht motivieren solche Berichte, darüber nachzudenken, was das “Retten” für den Betroffenen und ebenso für die Angehörigen bedeuten kann. Das “Retten um jeden Preis” muss nicht immer die einzige Lösung sein.

Wie YouTube meine Art Musik zu hören verändert hat

Quelle: Jeffrey Beall

Nachdem ich gestern das beeindruckende Video “Somebody that I used to know” der Gruppe Walk off the earth auf YouTube gesehen habe, wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr YouTube meine Art, Musik zu hören (und zu sehen), geändert hat. Angefangen von Schallplatten über Musikkassetten bis hin zu mp3 war es ein weiter Weg. Für mich ist es eine gute Motivation, ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen.

Als es noch Schallplatten gab

Natürlich gibt es immer noch Schallplatten, aber vor einigen Jahrzehnten waren sie neben den Tonband-Kassetten das Medium der Wahl für mich, um Musik zu hören. Die Telefonkosten waren damals so gering, dass wir uns oft stundenlang die neuesten Platten am Telefonhörer vorgespielt haben – am langen Kabel ohne Freisprecheinrichtung.

Als Sony in den 80ger Jahren den ersten Walkman herausbrachte, wurde der Musikkonsum mobil. Wir konnten endlich dort Musik hören, wo wir wollten, sogar unterwegs. Die Songs nahm ich entweder direkt aus dem Radio auf, zum Beispiel Sonntags aus den SWR3 Charts mit Elmar Hörig, oder von meinen Platten und später von den CD’s. Neben einem Bandsalat ab und zu hat mir der Walkman gute Dienste geleistet.

Und dann kam mp3

Ende der 90ger Jahre brachte das mp3-Format den nächsten grossen Schub. Um Musik aufzunehmen brauchte ich jetzt keine zerkratzen Platten oder verknickte Musikkassettenbänder mehr, sondern konnte knisterfreie Titel ganz einfach auf meinem Rechner speichern.

Damals hatte ich gerade nach langem Herumärgern mit Windows 95-Abstürzen meinen Rechner auf Linux umgestellt. Die viele Handarbeit, die anfangs noch nötig war, bis KDE sich ordentlich entwickelt hatte, wurde durch ein stabiles System mit vielen kostenlosen Programmen belohnt. Darunter war auch ein Programm, um Musik (Wave-)dateien ins mp3-Format umzuwandeln. Diese Dateien konnte ich dann per USB auf einen mp3-Player laden und ab ging es ins Fitnessstudio. So machte das Trainieren Spaß!

Früher Formel Eins, heute YouTube

Kennt Ihr noch die Sendung Formel Eins? Musikvideos im Fernsehen, ganz ohne Klingeltöne, dafür mit Peter Illmann, Ingolf Lück, Stefanie Tücking und Kai Böcking. Jede Wochen haben wir uns die neuesten Videos angeschaut, haben über “Thriller” von Michael Jackson gestaunt, und persönlich anwesende Stars trotz schlechtem Playback bewundert.

Formel Eins wurde dann von Viva und MTV abgelöst. Die Anfangszeiten fand ich noch interessant, vor allem durch charismatische Moderatoren wie Ray Cokes, Steve Blame oder Kristiane Backer. Der Klingeltonterror nervte dann jedoch so sehr, dass die gezeigten Videos völlig in den Hintergrund gerieten. Wie gut, dass es eine Internetplattform gab, wo man sich die Videos ganz in Ruhe und immer wieder anschauen konnte.

Heute finden wir auf YouTube fast alle neuen und viele alten Musikvideos, sofern die Gema sie nicht gesperrt hat. Doch es gibt viele nützliche Verwendungen für den Dienst. Wenn ich beispielsweise einen Song in den Charts sehe, dessen Titel mir bekannt vorkommt, schaue ich ihn mir schnell auf YouTube an. Wenn er mir gefällt, höre ich schnell auch in andere Songs der Gruppe oder des Interpreten herein. Das führt dann oft dazu, dass ich letztlich auch die CD kaufe.

Lyrics zu einem Song brauche ich nicht auf anderen Webseiten zu suchen. Oft gibt es Videos, die zur Musik die Lyrics einblenden. Das ist viel besser, als nur den Text zu lesen.

Bei manchen Interpreten finde ich die Musiktitel sehr hörenswert, aber wie sieht es live aus? In YouTube findet man viele Live-Videos. Einige haben mich begeistert wie Adele bei den Brit Awards mit “Someone like you” (nicht nur mich alleine, das Video wurde schon über 86 Mio. mal abgerufen). Auf YouTube finden sich auch Konzertausschnitte, die ich einmal im Fernsehen, aber danach nirgends wieder gesehen habe, wie zum Beispiel Coldplay bei ihrem Live-Auftritt vor den BBC Studios in London 2009.

Der Serendipity Effekt (“…die zufällige Beobachtung von etwas nicht Gesuchtem…” via Wikipedia), den ich in 2011 in meinen ersten Social Media Ausflügen kennengelernt habe, wird von YouTube ebenfalls vorangetrieben. Bei der Suche nach dem oben erwähnten Video “Somebody I used to know” von Walk off the earth erscheinen zum Beispiel neben dem gesuchten Video auch das Video der Originalgruppe Gotye und ein Video von zwei Teilnehmern von The Voice of Germany, Michael Schulte und Max Giesinger. Die beiden interpretieren den Song wirklich gut.

Die Gruppe “Gotye” war mir vorher auch kein Begriff. Sie singen das Lied zusammen mit der Sängerin Kimbra, die ihrerseits ruhige Lieder singt, wie ich beim weiterklicken herausfinde…und so weiter. So kann aus einer kleinen Suche schon einmal ein interessanter Musikabend werden.

Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass natürlich auch genügend Tools existieren, um Musik aus YouTube herauszuladen und als mp3 zu speichern. So könnte man sich seine eigene Auswahl von Titeln zusammenstellen.

Wie nutzt ihr YouTube für Musik? Habt ihr für euch noch weitere  interessante Aspekte entdeckt? Auf jeden Fall wünsche ich euch schönen Musikgenuß!

Social Media – der Flurfunk für Nichtraucher?

Quelle: florianpunsch

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich vor 25 Jahren in meiner Firma angefangen habe, dann schüttelt es mich. Es gab noch keine PCs oder Laptops, sondern “Terminals” in einem Gemeinschaftsraum. Mit vielen anderen zusammen saß ich vor dem Bildschirm, und das Schlimmste für mich als Nichtraucher war: die meisten rauchten. Ausweichmöglichkeiten gab es keine, stinkende Klamotten nach Feierabend waren garantiert.

Dann begann die Zeit des rauchfreien Büros. Ich konnte “aufatmen”, vernünftig arbeiten, endlich ohne Passivrauchen den Arbeitstag hinter mich bringen. Und die Raucher? Für sie gab es zunächst einen definierten Raucherraum, der die meiste Zeit des Tages vernebelt war und kaum die Gesichter der Besucher preisgab. Als auch dieser abgeschafft wurde, mussten die Raucher vor die Tür, bei Sonne und Hitze, aber auch bei Regen und Schnee.

Die Aufstellung von Raucherboxen mit einem integrierten Abzug innerhalb des Gebäudes in jeder Etage erlaubte es schließlich, dass die Raucher nicht mehr vor die Tür mussten, sondern im Haus einfach die nächste Box aufsuchen konnten. Der Abzug ist so stark, dass man schon einen Meter von der (offenen) Box nichts mehr riecht. Ein echter Gewinn für die Raucher, und vielleicht eine gute Motivation, die Raucherpausen ausgiebig zu nutzen.

Die Fluppe und der Smalltalk

In einem Fernsehbericht neulich sagten einige Raucher, dass sie nur konzentriert arbeiten könnten, wenn sie regelmäßige Raucherpausen einlegten. Ihr Arbeitgeber hatte dazu extra vor dem Raucherzimmer eine Stempeluhr installiert, die Pausen wurden also nicht der Arbeitszeit zugerechnet. Das ist nicht überall so. Aber abgesehen von besserer Konzentration, besserer Motivation – ich sehe den großen Vorteil der Raucher im Austausch von Informationen.

Wenn ich mir die Raucherboxen anschaue, stehen immer mehrere Personen zusammen und erzählen. Man geht nicht alleine qualmen, sondern verabredet sich. Neueste Gerüchte werden ausgetauscht, aktuelle Themen diskutiert. Zudem sind einige wichtige Personen wie der Facility Manager ebenfalls Raucher – wenn einer etwas zu erzählen hat, dann er. Der gesellige Aspekt des Rauchens steht für mich hier eindeutig im Vordergrund.

Als Nichtraucher fühle ich mich aussen vor. Mich mit in die Raucherbox zu stellen kommt nicht in Frage. In der Teeküche zu Teekochen verabreden? Eher nicht, obwohl viele Kollegen diese Gelegenheit nutzen, aber eher, um Themen rund im ihren Bereich zu diskutieren. Die meisten Tee- oder Kaffeetrinker ziehen sich schnell eine Tasse aus dem Automaten und eilen wieder in ihr Büro. Welche Möglichkeiten gibt es noch für mich?

Jetzt kommt Social Media in Spiel

Wie kann ich noch Gerüchte auszutauschen oder aktuelle Themen zu diskutieren? Eine Social Media bzw. Social Networking Umgebung bietet eine virtuelle “Box”, um sich zu treffen und alle möglichen Themen zu besprechen. Wäre das nicht der ideale Ort für Nichtraucher? Ohne mich von meinem Platz zu bewegen könnte ich von überall, wo ich einen Netzzugang habe, die neuesten Informationen abrufen und mitdiskutieren. Die Talkrunde ist nicht auf meine physische Umgebung beschränkt – jeder zugelassene Benutzer kann teilnehmen.

Der Austausch erfolgt dabei asynchron, jeder kann sich aussuchen, wann er Informationen liest und beantwortet oder neue Themen postet. Für jemanden, der nicht von Anfang an dabei war, ist es kein Problem, in die Diskussion einzusteigen, weil er jederzeit den kompletten Austausch nachlesen kann. Das ist schneller, als sich in einer laufenden Unterhaltung alles nochmal von vorne erzählen zu lassen.

Natürlich gibt es genug Themen, die man nicht schwarz auf weiss äußern möchte. Social Networking baut Hierarchien ab, der Kontakt und Austausch zwischen Personen egal welcher Rangstufe wird erleichert. Dennoch kann es den direkten 4-Augen-Kontakt nicht ersetzen. Das gilt vor allem bei Gerüchten, vielleicht sogar hinter vorgehaltener Hand geflüstert: “Weisst du schon, dass…”.

Da ich aus gesundheitlichen Gründen niemals rauchen möchte, könnte ich also zweigleisig vorgehen. Ich nutze Social Media und Social Networking für alles, was nicht geheim, (zu) persönlich und druckreif ist. Für eher persönliche Gespräche gibt es dann die Kaffee- oder Teerunde. Zu der kann ich dann auch Raucher einladen und von denen hören, welche neuen Gerüchte gerade unterwegs sind. So haben alle, was sie möchten, und sind glücklich und informiert! Hauptsache, wir kommunizieren!

 

Schulfach Glück – Brauchen wir sowas?

Quelle: Flickr

Als ich am Wochenende den Artikel im Kölner Stadtanzeiger entdeckte, dachte ich zunächst, dass es eine Superidee ist: “Die neue Lehre vom Glück – Jetzt als Schulfach in den Niederlanden”.

Aber diesen Ansatz gab es bei uns schon 2007, als eine Heidelberger Schule eben dieses Fach “Glück” einführte. Weil eine Umfrage ergab, dass nur der Zahnarztbesuch schlimmer sei als die Schule, wollte Oberstudienrat Ernst Fritz-Schubert etwas tun. Bei den Schülern wollte er “Lebenskompetenz, Lebensfreude und Persönlichkeitsentwicklung” fördern.

Das klingt für mich nachvollziehbar. Ich fand meine Schulzeit zwar schön, aber wahrscheinlich hatte ich nur “Glück”. Wenn ich heute meine Nichten über die Schule berichten höre, denke ich: “Gut, dass ich nicht mehr zur Schule gehen muss!”. Kleiderzwang, Mobbing, Leistungsdruck – das klingt fast so, als gingen die Kinder zur Arbeit. Da frage ich mich, welche Lebenskompetenz die zukünftigen Großen dort lernen. Vielleicht ist das die ideale Vorbereitung auf das Berufsleben? Würde sich der Arbeitsalltag ändern, wenn sich das Schulklima verändert? Brauchen wir tatsächlich ein Schulfach, um den Kindern wieder beizubringen, sich wohlzufühlen, selbstbewußt und respektvoll zu sein?

Und was ist eigentlich Glück? Nach den letzten Weihnachten denke ich, dass Geld auf jeden Fall dazugehört, zumindest in Form von Geschenken. Nichts zum Auspacken, also unglücklich? So einfach kann das nicht sein. Gibt es nur noch die kapitalistische Freude, das Gefühl, anzugeben, “das-hab-ich-auch”?

Ich habe zumindest erlebt, dass andere Dinge wirklich wichtiger sein können. Vor vielen Jahren war ich sehr krank. Nach all den Behandlungen konnte ich mich an kleinen Dingen viel mehr freuen als früher: an einem schönen Sonnenuntergang, einem Spaziergang an der frischen Luft, einem schönen Buch. Da jeder Glück für sich anders definiert, mag es für andere nichts bedeuten. Aber wenn Schüler zumindest darüber nachdenken lernen, wäre das sicher ein Anfang.

Schön gedacht – bis ich den den Artikel “Das hat gerade noch gefehlt: Schulfach ‘Glück’!” gelesen habe. Der emeritierte Professor Dr. Freerk Huisken, Universität Bremen, beschreibt die Idee des Glücksfachs mit deutlichen Worten aus einem ganz anderen Blickwinkel. Sein Fazit über die Idee von Fritz-Schubert:

So ein Glückserziehungskonzept sagt viel über das aus, was der Ernst des Lebens der Mehrzahl der Schulabgänger zumutet. Dabei ist es gleichgültig, ob die Vertreter dieses neuen Schulfachs davon eine Ahnung haben oder nicht. Die Ausstattung mit einem Panzer aus sinnstiftendem Selbstbetrug halten sie ganz offenbar für nötig und – für einen Segen für die Schüler.

Letztendlich ist wohl ein bischen etwas aus beiden Ansichten richtig. Träumen im Unterricht um sein eigenes “Ich” zu finden wird wohl nicht reichen, im Leben zurechtzukommen. Aber eine Verbesserung des Arbeitsklimas wäre sicher schön, und mehr Toleranz, Respekt und Hilfsbereitschaft schaden auch nichts. Aber wenn man jeden Tag um seinen Job fürchten muss oder gar keinen hat, wie soll man da glücklich sein? Braucht man dann nicht einen “Panzer aus sinnstiftenden Selbstbetrug” als Schmiermittel für die Seele?

Nach meinen Erfahrungen ist Gesundheit ein guter Anfang zum Glücklichsein. Über ein Lächeln freue ich mich auch immer, und andere ebenso. Daher hoffe ich, dass ihr auch glücklich seid und wünsche euch viel Glück für 2012!

Guten Start ins Jahr 2012!

Quelle: Flickr

Sylvester bei 14 Grad und Sprühregen – so begann bei uns das Jahr 2012. Da ist noch eine Menge Potential nach oben! Daher wünsche ich Euch einen guten Start in das neue Jahr!

Ich hoffe, Ihr habt Eure guten Vorsätze für dieses Jahr schon formuliert und parat. Oder seid Ihr der Meinung, Vorsätze sind eh nur dazu da, um gebrochen zu werden, also lieber erst gar keine aufstellen? Ich finde, wenn man sich nichts vornimmt, kann man auch nichts erreichen. Also habe ich mir lieber  einiges vorgenommen. Was daraus wird…wir werden sehen.

Einer meiner Punkte ist: “Mehr Bewegung”. Ok, das steht jedes Jahr auf der Liste, rückt aber mit zunehmendem Alter immer weiter nach oben. Als bekennender Schreibtischtäter habe ich auch “Rücken”, also habe ich angefangen, etwas dafür zu tun. Was ist dann der Vorsatz? Regelmäßig üben! Aber das ist eigentlich kein richtiger Vorsatz, das sollte selbstverständlich sein. Wenn da nicht die vielen Ablenkungen wären…

Mein nächster Punkt “Etwas Neues lernen” geht ebenfalls in eine gesundheitliche Richtung. In diesem Jahr nehme ich an der Ausbildung zum Tuina-Therapeuten teil – die chinesische Art, an Personen herumzudrücken für die Gesundheit. Darauf freue ich mich schon lange, in 2011 hatte es bei mir zeitlich nicht geklappt.

Weitere Vorsätze: “Nein sagen, wenn ich Nein meine”. Oder positiver ausgedrückt: Wenn ich Ja sage, auch wirklich Ja meinen. Allgemeiner gesagt: Klare Stellung beziehen und diese auch konsequent einhalten. Klingt einfacher, als es ist. Aber gute Vorsätze sollen nicht zu einfach sein.

Wie lauten denn Eure guten Vorsätze für dieses Jahr? Wäre interessant, einige Meinungen zu lesen!

Warum gewöhne ich mich nicht an Google+?

Als ich gestern die Apps auf meinem Smartphone aufgeräumt habe, bin ich wieder über die App von Google+ gestolpert. Ich habe das anstehende Update eingespielt, das zuvor blaue Icon wurde rot, aber nach dem Start der App sah alles aus wie vorher. Irgendwie werde ich mit diesem Tool nicht warm, ich benutze lieber Facebook. Woran liegt das eigentlich? Heute habe ich mir beide Dienste nochmal angeschaut, im Web und als App.

Ich glaube, bei mir sind es zwei Hauptgründe, warum ich (zumindest bisher) Facebook bevorzuge: Die Auswahl der Personen und die angebotenen Android Apps. Allerdings ist mir auch klar geworden: Ein weiterer Grund ist fehlendes Wissen. Aber immer schön der Reihe nach.

Die Auswahl der Personen

Facebook war der erste Social Media Dienst, den ich näher kennengelernt habe. Nach und nach kamen einige Verwandte und Bekannte als Kontakte hinzu, und schließlich entdeckte ich auch direkte Nachbarn als virtuelle Freunde. Heute dient Facebook für mich als digitale Austauschbörse für (oft entfernter wohnende) Familienmitglieder und Freunde. Ich vermeide ganz bewußt Kontakte zu Kollegen oder Leuten, die ich nicht persönlich (IRL – in real live) kenne. Warum? Ich möchte zum einen die Freundeslisten klein und übersichtlich halten, und zum anderen nur Informationen mit meinem engeren Freundeskreis austauschen.

In Google+ habe ich, wie ich gestern gemerkt habe, etwa gleich viele Kontakte, die jedoch aus einem komplett anderen Personenkreis bestehen (kleine Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Als ich Google+ durch die Einladung einer Kollegin kennengelernt habe, nahm ich einige Kollegen, aber auch teilweise völlig Fremde, die sich mit dem Thema Social Media beschäftigen, in meine Kreise auf.

In Facebook spricht meine Timeline also eher über private Themen, in Google+ eher über Social Media und allgemeine Dinge, also zwei komplett getrennte Bereiche. Ist doch ok. Problem: Ich habe eigentlich keine Lust, in zwei Tools nach Neuigkeiten zu schauen. Das ist aber noch nicht der ausschlaggebende Grund, Google+ schleifen zu lassen.

Die angebotenen Android Apps

Ich habe schon viele negative Kommentare über die Facebook App gelesen, aber ich komme damit gut zurecht, ich finde den blauen Style ansprechend und auch der Chat ist gut zu bedienen. Bei der Google+ App fehlt mir dieses spontane Find-ich-gut-Gefühl. Vor allem komme ich mit dem Chat (Messenger) nicht wirklich klar, z.B. fehlt mir die Anzeige, welche meiner Kontakte gerade online und chat-bereit sind. Die Thread-Anzeige finde ich ebenfalls in Facebook übersichtlicher.

Mit der für mich hübscheren App trete ich also zu den Menschen in Kontakt, die mir näher stehen – eben über Facebook.

Fehlendes Wissen

Gestern habe ich zum ersten Mal in Google+ gechattet – weil ich zum ersten Mal einen grünen Punkt vor einem Namen in der linken Navigationsleiste gesehen habe. Aha, geht doch. Heute morgen bekam ich eine Benachrichtigung von “Talk” im Smartphone, mit den Kontakten, die ich auch in Google Chat gesehen habe. Aha, Google Talk ist also Google+ Chat oder Messenger? Das muss ich mir nochmal genauer anschauen.

Noch nicht ausprobiert habe ich Google+ Hangout. Bisher ergab sich keine Gelegenheit, Hangout im Webclient zu testen, und Hangout funktioniert eh nicht in der App. Es gibt bestimmt noch mehr Funktionen, die ich nicht kenne und die es wert sind, ausprobiert zu werden.

Bleibt noch die Frage: Warum sollte ich das tun? Gibt es tatsächlich handfeste Gründe, nach Google+ zu wechseln, also innerhalb meiner Facebook-Kontakte die Werbetrommel zu rühren und die Leute zum Wechseln zu bewegen? Oder bleibe ich einfach bei der Trennung eher privat (Facebook) – eher beruflich (Google+)?

Wie sind eure Erfahrungen? Wie nutzt ihr Google+ im Vergleich zu Facebook oder anderen Diensten? Was ist “das Tolle” an Google+? Was sollte ich mir unbedingt anschauen? Ich bin gespannt auf eure Anworten.

Der ganz normale Geschenke-Wahnsinn

Quelle: stevendepolo

Weihnachten 2011 ist vorbei, und wieder wurden reichlich Geschenke verteilt, an einige mehr, an andere weniger. Je jünger die Person, desto mehr Geschenke kommen. Ist das normal, oder artet die Schenkerei aus?

Eine ganz natürliche Entwicklung

Früher war es einfach schöner, Geschenke zu bekommen. Was habe ich dem Moment entgegen gefiebert, bis endlich der Weihnachtsbaum gestürmt und jedes Päckchen geöffnet werden konnte. Da interessierten sonstige Anwesende nicht, nur noch die Überraschung hinter dem Geschenkpapier war wichtig.

Mit zunehmendem Alter weicht die Vorfreude auf die Geschenke eher der freudigen Erwartung auf den bevorstehenden Weihnachtsurlaub. Gleichzeitig nimmt der Stress zu, rechtzeitig alle Geschenke zu besorgen, sofern man sich überhaupt an die Wünsche der Lieben erinnern kann.

Nach der “Oh-Mann-ich-muss-dringend-noch-was-kaufen” Phase entspannt sich jedoch wieder der Feiertags-Stress. Es folgt die “Wir-schenken-uns-nichts” Phase. Kein unnötiges Herumlaufen und Suchen, da man sich während des vergangenen Jahres die gewünschten Dinge sofort gekauft hat, ohne auf einen besonderen Anlass zu warten. Nur für die Kinder brauchen wir jetzt Geschenke, denn die wollen etwas zum Auspacken.

Playmo und co

Es ist doch schön, in die strahlenden Augen zu schauen, während die Kleinen und etwas Größeren ein Paket nach dem anderen von dem sorgfältig angebrachten und mit reichlich Tesa verklebten Papiermantel befreien. Das Spielzeug wird schnell ausgepackt und sofort nach dem nächsten Paket geriffen.

Playmobil steht bei den Kleinen gerade hoch im Kurs, aber auch Dinge, die schon in meiner Jugend gut ankamen: Kinderwagen mit Plastikbaby, ein Kaufladen mit modernem Plastik-Küchengeräten oder Kinder-Werkzeug wie ein brummender Plastikbohrer.

Fällt Euch etwas auf? Da ist eine Menge Plastik im Spiel, sozusagen der Alltag als Miniatur-Plastikkopie. Unsere Art der Unterstützung für die chinesische Wirtschaft. Die eigentliche Frage ist: Muss das wirklich sein, müssen wir tatsächlich soviel schenken? Warum trainieren wir den Kindern an, immer mehr Geschenke haben zu wollen?

Wie schön ist es, auch einmal “Zeit” zu schenken, unsere persönliche Zeit, zum Beispiel als Eintrittskarten zu Show Holiday on Ice, die wir uns zusammen anschauen wollen, oder Kinokarten für einen Film, den wir zusammen ansehen. Sicher, das ist nur ein Geschenk für einen Tag, erzeugt aber viel Vorfreude und anschließend schöne Erinnerungen.

Tag 1 nach den Feiertagen

Was war eigentlich nochmal der Grund für die Geschenke? Achja, Weihnachten. Wenn nicht überall die Weihnachtsmänner neben den Spielzeugen stehen würden, man könnte es fast vergessen. Zumindest ist es noch eine schöne Gelegenheit, dass sich die Familie trifft und einen gemeinsamen Abend verbringt. Die Kinder freuen sich, und daher freuen sich auch die Erwachsenen. Alle sind zufrieden.

Am Tag nach Weihnachten freuen sich dann die Geschäfte, um nicht gewünschte Präsente umzutauschen oder Zubehör an die Beschenkten zu verkaufen. Diese Gelegenheit nutzen viele, davon konnten wir uns heute in der Kölner Innenstadt überzeugen (nein, wir haben weder etwas umgetauscht noch dazugekauft).

Nun können wir wieder ein Jahr entspannen, bis wir uns, je nach Alter freudig, gestresst oder entspannt auf der Fest der … Geschenke / Freude / Familie vorbereiten.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!